Die Rendite beginnt nicht beim Taschenrechner
Eine Anlageimmobilie wird häufig zuerst anhand einer Kennzahl bewertet: der Rendite. Das ist verständlich. Eine Prozentzahl macht Immobilien scheinbar schnell vergleichbar. Doch genau hier liegt die Gefahr. Zwei Wohnungen mit derselben rechnerischen Mietrendite können wirtschaftlich völlig unterschiedlich sein.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie hoch die Rendite aussieht, sondern wie sie zustande kommt.
Bruttorendite: hilfreich für den ersten Vergleich
Die Bruttomietrendite setzt die jährlichen Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Kaufpreis.
Sie eignet sich gut, um mehrere Angebote zunächst grob miteinander zu vergleichen.
Sie berücksichtigt jedoch viele Kosten nicht.
Dazu können unter anderem gehören:
- Erwerbsnebenkosten
- nicht umlagefähige laufende Kosten
- Verwaltung
- Instandhaltung
- Modernisierungen
- mögliche Leerstände
Für eine ernsthafte Kaufentscheidung sollte die Betrachtung deshalb weitergehen.
Nicht nur Einnahmen betrachten
Eine Immobilie erwirtschaftet nicht nur Mieteinnahmen. Sie verursacht auch laufende und zukünftige Ausgaben. Interessant sind daher Fragen wie:
- Wie hoch ist die aktuelle Miete?
- Seit wann besteht das Mietverhältnis?
- Welche Kosten trägt der Eigentümer?
- Welche Instandhaltungen sind absehbar?
- Gibt es Rücklagen?
- Welche Modernisierungen wurden bereits durchgeführt?
- Welche größeren Maßnahmen könnten folgen?
Gerade bei Wohnungseigentum sollten auch die vorhandenen Unterlagen der Gemeinschaft sorgfältig geprüft werden.
Zustand beeinflusst die echte Rendite
Eine hohe rechnerische Rendite kann schnell relativiert werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Investitionen notwendig werden.
Dach, Fassade, Fenster, Heizung oder andere technische Bereiche können erhebliche Kosten verursachen. Deshalb gehört zur wirtschaftlichen Bewertung einer Anlageimmobilie immer auch die bauliche Betrachtung.
STARK legt auch bei der allgemeinen Immobilienbewertung Wert auf die Besichtigung des Objekts und die Prüfung wichtiger Unterlagen.
Lage bleibt ein entscheidender Faktor
Eine Immobilie ist eine langfristige Investition. Deshalb sollte nicht nur die aktuelle Vermietbarkeit betrachtet werden. Relevant sind auch Standort und langfristige Nachfrage.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wohnlage und Mikrolage
- Infrastruktur
- Verkehrsanbindung
- lokale Nachfrage
- Zielgruppen für die Vermietung
- Entwicklung des unmittelbaren Umfelds
Eine etwas niedrigere Anfangsrendite kann langfristig interessanter sein, wenn Lage, Zustand und Vermietbarkeit überzeugen.
Vermietete Immobilie genau prüfen
Bei einem bereits vermieteten Objekt übernimmt der Käufer nicht nur eine Immobilie, sondern auch ein bestehendes Mietverhältnis.
Deshalb sollten Mietvertrag und wirtschaftliche Eckdaten vor einer Entscheidung sorgfältig betrachtet werden.
Eine professionell aufbereitete Anlageimmobilie schafft hier Transparenz. Das hilft Interessenten, die Immobilie nicht nur emotional, sondern wirtschaftlich einzuordnen.
Gute Entscheidungen brauchen echte Zahlen
Die beste Anlageimmobilie ist nicht automatisch das Objekt mit der höchsten Prozentzahl im Exposé.
Eine belastbare Einschätzung entsteht aus dem Gesamtbild:
- Kaufpreis
- tatsächliche Einnahmen
- laufende Kosten
- Investitionsbedarf
- Vermietungssituation
- Zustand
- Lage
- langfristige Perspektive
Erst wenn diese Faktoren zusammenpassen, wird aus einer attraktiven Kennzahl eine nachvollziehbare Investitionsentscheidung.